Sicher Pilze sammeln

· Wissenschaftsteam
Hallo Lykkers! Das Sammeln wilder Pilze kann spannend und lohnenswert sein, doch Vorsicht ist geboten.
Viele Pilze sind giftig und können leicht mit essbaren Sorten verwechselt werden.
Zu wissen, wie man essbare Pilze identifiziert, ist entscheidend für Ihre Sicherheit und Ihr Vergnügen.
Hier sind einige Tipps und Methoden, um festzustellen, ob ein wilder Pilz sicher zu essen ist!
1. Kennen Sie gängige essbare Pilze in Ihrer Region
Es ist wichtig zu wissen, welche Pilze in Ihrer Gegend häufig vorkommen. Zum Beispiel sind in Nordamerika Morcheln eine begehrte Delikatesse.
Sie haben ein charakteristisches Wabenmuster und werden in feuchten, bewaldeten Gebieten im Frühling gefunden. Ein weiterer beliebter Esspilz ist der Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius), erkennbar an seiner leuchtend gelb-orangen Farbe und dem zarten, welligen Hut.
2. Verwenden Sie den Sporendrucktest
Ein Sporendruck ist eine ausgezeichnete Methode, um zwischen ähnlich aussehenden essbaren und giftigen Pilzen zu unterscheiden.
Zum Beispiel hat der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), einer der giftigsten Pilze, hat weiße Lamellen, aber sein Sporendruck bestätigt die Art. Essbare Pilze wie der Austernseitling (Pleurotus ostreatus) produzieren einen weißen bis creme-farbenen Abdruck, während giftige Arten oft unterschiedliche Farben haben (wie der weiße Abdruck des Grünen Knollenblätterpilzes).
3. Wichtige Merkmale: Hut, Lamellen und Stiel beachten
Hut: Essbare Pilze wie die Steinpilze (Boletus spp.) haben normalerweise einen glatten, trockenen Hut. Die Steinpilze haben Poren anstelle von Lamellen.
Seien Sie vorsichtig mit Pilzen, die einen schleimigen Hut haben, da dies auf ungenießbare oder giftige Arten hinweisen kann. Zum Beispiel hat der Butterröhrling (Suillus luteus) einen schleimigen Hut und wird oft mit essbaren Steinpilzen verwechselt.
Lamellen: Essbare Pilze wie Pfifferlinge haben gegabelte Lamellen, die wie Falten aussehen, während giftige Arten wie der Grüne Knollenblätterpilz weiße, dünnere und eng beieinander liegende Lamellen haben.
Stiel: Achten Sie auf das Aussehen des Stiels. Zum Beispiel hat der Steinpilz (Boletus edulis), ein begehrter essbarer Pilz, einen dicken, festen Stiel. Im Gegensatz dazu hat die Gattung der Grünen Knollenblätterpilze, die mehrere giftige Arten enthält, oft einen knolligen Stielansatz und einen Ring um den Stiel, der vermieden werden sollte.
4. Vermeiden Sie Pilze, die dem Grünen Knollenblätterpilz ähneln
Der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) ist für die meisten Pilzvergiftungstodesfälle weltweit verantwortlich. Der Grüne Knollenblätterpilz hat einen glatten, blassgrünen oder gelblichen Hut mit weißen Lamellen.
Es ist wichtig, nach Schlüsselmerkmalen wie einer Scheide (einer kelchförmigen Struktur) am Stielansatz und einem Ring um den Stiel zu suchen, um ihn von essbaren Pilzen wie dem Schopftintling (Coprinus comatus) zu unterscheiden.
5. Geruchstest: Seien Sie vorsichtig bei starken Gerüchen
Giftige Pilze haben oft einen unangenehmen oder faulen Geruch. Zum Beispiel hat der Riesen-Trichterling (Clitocybe gigantea) einen starken, muffigen Geruch und wird oft für essbare Arten gehalten.
Andererseits haben essbare Pilze wie der Hummerpilz (Hypomyces lactifluorum) einen deutlich fischartigen Geruch, was ein hilfreicher Hinweis ist. Seien Sie immer vorsichtig, wenn ein Pilz einen beißenden oder fauligen Geruch hat, da dies anzeigen könnte, dass er ungenießbar ist.
6. Seien Sie vorsichtig mit weißen Pilzen
Viele weiße Pilze sind giftig, einschließlich der tödlichen Grünen Knollenblätterpilze. Ein häufiger essbarer weißer Pilz, der Wiesenchampignon (Agaricus campestris), hat rosa Lamellen, die sich dunkelbraun färben, wenn er reift.
Sein giftiger Doppelgänger, der Grüne Knollenblätterpilz, hat dagegen weiße Lamellen, die weiß bleiben, und einen knolligen Stielansatz. Wenn Sie einen weißen Pilz finden, überprüfen Sie immer doppelt wichtige Merkmale wie Lamellen und Stiel, bevor Sie davon ausgehen, dass er sicher ist.
7. Lernen Sie die lokalen giftigen Arten kennen
Jede Region hat ihre eigenen giftigen Pilze, daher ist es wichtig, die heimischen Arten zu kennen. In Europa ist der Fliegenpilz (Amanita muscaria) wegen seines roten Hutes mit weißen Flecken bekannt, enthält aber Toxine, die Halluzinationen und Übelkeit verursachen.
Im Gegensatz dazu enthalten Milchlinge, die in Europa häufig vorkommen, oft einen milchigen Saft, was es erleichtert, essbare Sorten von gefährlichen zu unterscheiden. Informieren Sie sich immer über die giftigen Arten in Ihrer Region, bevor Sie in die Wildnis gehen.
8. Im Zweifelsfall Expertenrat einholen
Das Sammeln von Pilzen kann knifflig sein, und auch erfahrene Sammler machen manchmal Fehler. Falls Sie unsicher sind, holen Sie Rat von einem Experten ein oder konsultieren Sie eine örtliche Pilzbestimmungsgruppe. Viele Regionen bieten geführte Pilztouren an, eine ausgezeichnete Möglichkeit, von erfahrenen Sammlern zu lernen. Das Sammeln von wilden Pilzen ist eine Kunst, die sorgfältige Beobachtung und ein tiefes Verständnis der Arten in Ihrer Umgebung erfordert.
Denken Sie immer daran, dass es besser ist, den Pilz stehen zu lassen, wenn Sie Zweifel haben, als etwas Giftiges zu konsumieren. Mit Übung und Wissen kann das Sammeln von Pilzen zu einer unterhaltsamen und lohnenden Möglichkeit werden, mit der Natur in Kontakt zu treten und eine köstliche Ernte zu genießen!