Bitcoin ist nicht versteckt
Ines
Ines
| 10-02-2026
Wissenschaftsteam · Wissenschaftsteam
Bitcoin ist nicht versteckt
Hey Lykkers, lasst uns mit einem der größten Bitcoin-Mythen aufräumen. Ihr habt sicher schon von der Behauptung gehört, Bitcoin sei „unverfolgbar“. Und ihr habt auch von großen Beschlagnahmungen im Zusammenhang mit Ermittlungen gelesen. Was stimmt denn nun – ein Schutzschild für die Privatsphäre oder Transparenz?
Willkommen im Paradoxon der Privatsphäre. Die Wahrheit ist einfach: Bitcoin ist nicht anonym – er ist pseudonym. Dieses Verständnis ist der Schlüssel zum Schutz Ihrer finanziellen Spuren im digitalen Zeitalter.

Ihre Adresse ist eine Maske, kein Unsichtbarkeitsumhang

Stellen Sie sich eine Bitcoin-Adresse wie ein öffentliches Pseudonym vor. Auf den ersten Blick gibt sie Ihren Namen nicht preis. Doch jede Transaktion, die mit diesem Pseudonym verknüpft ist, wird dauerhaft in der Blockchain gespeichert und ist für jeden einsehbar.
Wenn jemand eine Adresse mit Ihrer Identität verknüpft – sei es durch Identitätsprüfungen auf einer Handelsplattform, einen öffentlichen Beitrag oder ein Datenleck –, lassen sich Ihre vergangenen Transaktionen viel leichter nachverfolgen. Andreas M. Antonopoulos erklärte, Bitcoin sei pseudonym, nicht anonym, da die Aktivitäten in einem öffentlichen Register aufgezeichnet und nachvollziehbar werden können, sobald eine Identitätsverknüpfung hergestellt ist.

So funktioniert Blockchain-Tracing

Hier wird es konkret: Analysten nutzen Muster in den Transaktionsdaten, um Zusammenhänge herzustellen.
1. UTXO-Tracking: Der Bitcoin-Wert bewegt sich in einzelnen Einheiten, den sogenannten Unspent Transaction Outputs (UTXOs). Beim Ausgeben können Sie mehrere UTXOs in einer Transaktion kombinieren. Dadurch entstehen Muster, die es Beobachtern ermöglichen, Adressen zu Clustern zusammenzufassen.
2. Heuristik zur gemeinsamen Eingabeinhaberschaft: Eine weit verbreitete Annahme ist, dass mehrere Eingaben, die in einer einzelnen Transaktion verwendet werden, wahrscheinlich demselben Controller gehören. Ádám Ficsór schreibt: „Die am häufigsten verwendete Heuristik zur Gruppierung von Bitcoin-Adressen ist die Common Input Ownership Heuristic.“
3. Verknüpfungspunkte für Identitäten: Die häufigste Methode, mit der reale Identitäten verknüpft werden, besteht darin, dass Nutzer beim Kauf, Verkauf oder der Kontowiederherstellung identifizierende Informationen austauschen. Sobald eine Verknüpfung besteht, lässt sich die Transaktionshistorie deutlich zuverlässiger analysieren.

Praktische Datenschutzgewohnheiten

Wenn Ihnen Datenschutz wichtig ist, benötigen Sie bewusste Gewohnheiten – keine Annahmen.
Vermeiden Sie die Wiederverwendung von Adressen: Verwenden Sie für jede neue Zahlung eine neue Empfangsadresse, um die Bildung von Clustern zu verhindern.
Trennen Sie Ihre Zwecke: Verwenden Sie unterschiedliche Wallets für öffentliche Aktivitäten und private Ersparnisse, damit nicht alles durch eine einzige Verknüpfung offengelegt wird.
Erwägen Sie kollaborative Transaktionen: Einige Methoden, wie beispielsweise CoinJoin, zielen darauf ab, die Verknüpfbarkeit zu reduzieren, indem die Eingaben und Ausgaben mehrerer Teilnehmer in einer koordinierten Transaktion zusammengefasst werden. Tools wie Wasabi und Samourai haben diese Ansätze zugänglicher gemacht, können aber zusätzliche Gebühren und Komplexität verursachen.
Berücksichtigen Sie die Vor- und Nachteile: Mehr Datenschutz bedeutet oft mehr Schritte, mehr Sorgfalt und manchmal eine genauere Überprüfung an den Stellen, an denen Identitäten verknüpft werden können.
Bitcoin ist nicht versteckt

Was das für euch bedeutet, Lykkers

Der private Umgang mit Bitcoin ist eine Fähigkeit, keine Selbstverständlichkeit. Dieselbe Transparenz, die die Verifizierbarkeit des Netzwerks gewährleistet, kann auch die Privatsphäre gefährden. Wer dieses Paradoxon versteht, wird vom passiven Nutzer zum informierten und aufmerksamen Teilnehmer.