Beat the

· Reiseteam
Es gibt einen Grund, warum manche Orte überfüllt sind. Jeder möchte Machu Picchu sehen. Jeder möchte vor dem Kolosseum stehen. Und da heutzutage so viele Reiseinformationen online verfügbar sind, kommen mehr Menschen als je zuvor zur gleichen Zeit an dieselben Orte und haben denselben Plan.
Die gute Nachricht: Selbst die meistbesuchten Orte der Welt lassen sich relativ ruhig erleben. Es erfordert lediglich etwas mehr Aufwand als der durchschnittliche Reisende.
Die zuverlässigste Strategie ist gleichzeitig die unscheinbarste: Reisen Sie außerhalb der Hauptsaison. Weniger Menschen verreisen in der Nebensaison, da die kürzeren Tage, die kühleren Temperaturen und das unbeständige Wetter offensichtliche Nachteile mit sich bringen. Doch diese Nachteile werden oft übertrieben dargestellt, und die Vorteile sind unbestreitbar. Die Preise sinken. Unterkünfte sind leichter zu finden. Und die Atmosphäre an beliebten Orten verändert sich komplett.
Der Stress, der in den Hochsaisonmonaten herrscht, verfliegt, und selbst altbekannte Reiseziele wirken erfrischend neu. Die Übergangszeiten, die Wochen vor oder nach der Hauptsaison, bieten oft das Beste aus beiden Welten: angenehmes Wetter ohne Menschenmassen.
Der richtige Zeitpunkt für Ihre Ankunft macht einen großen Unterschied
Früh aufzubrechen ist zwar ungewohnt, aber es lohnt sich immer. Die meisten Touristen sind keine Frühaufsteher, und die Zeit, bevor ein Ort überfüllt ist, bietet oft die beste Gelegenheit, ihn zu erleben. Als ich vor der Öffnungszeit in Petra ankam, war der antike Pfad fast menschenleer. Wenn ich Machu Picchu im Morgengrauen erreiche, sind die Steinstrukturen in Nebel gehüllt und nicht von Selfie-Sticks umringt.
Umgekehrt erwischt man bei einer Ankunft am späten Nachmittag die letzten Touristenmassen, wenn die Reisegruppen ihre Touren beenden. In vielen Museen sind die Besucherzahlen in den letzten zwei Stunden des Tages deutlich geringer. Besuche unter der Woche sind ebenfalls empfehlenswert, da Wochenenden sowohl internationale Touristen als auch einheimische Tagesausflügler anziehen. Lange Feiertagswochenenden sind die schlechteste Reisezeit für jedes beliebte Reiseziel, egal in welchem Land.
Passen Sie Ihre Route und Ihr Transportmittel an
Reisegruppen sind vorhersehbar. Wenn alle organisierten Busreisen um 8 Uhr morgens starten, bedeutet die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln um 11 Uhr, dass man einen Ort erreicht, wenn die meisten Gruppenreisenden gerade abreisen. Diese einfache Umkehrung funktioniert in Nationalparks, archäologischen Stätten und Stranddestinationen gleichermaßen.
Bei Reisezielen, die auf Rundwegen angelegt sind, sei es auf Wanderwegen oder Panoramastraßen, kann die Wahl der weniger frequentierten Richtung bedeuten, dass man an jeder Station zu einer anderen Zeit als die anderen ankommt. Die Nachteile der alternativen Richtung sind zwar vorhanden: Das Licht ist weniger ideal, der Anstieg steiler, die Aussicht etwas anders. Doch oft findet man Orte ganz für sich allein, die die anderen Gruppen überfüllt vorfanden.
Eine weitere effektive Strategie ist die Übernachtung an stark frequentierten Tagesausflugszielen. Kleinere Städte wie Barichara in Kolumbien oder Küstendörfer in der Nähe von Großstädten verwandeln sich völlig, sobald die Busreisen und die Tagesausflügler abgereist sind. Schon eine Übernachtung schenkt einem stundenlange Momente an einem Ort, der sich anfühlt, als gehöre er nur einem selbst.
Tiefer gehen, weiter wandern
Im Banff-Nationalpark ist das Seeufer immer überfüllt. Eine 30-minütige Wanderung oberhalb des Sentinel-Passes oder der Ebene der sechs Gletscher reduziert die Menschenmassen deutlich. Je anspruchsvoller und länger die Wanderung, desto weniger Menschen trifft man. An Strandorten ist der Strandabschnitt in fußläufiger Entfernung vom Parkplatz stets am belebtesten; schon zehn Minuten in beide Richtungen entlang der Küste verändern alles.
Gut zu wissen: Die Fahrpläne von Kreuzfahrtschiffen sind öffentlich. Hafenstädte, insbesondere kleinere wie Dubrovnik oder Cartagena, verwandeln sich völlig, wenn ein großes Schiff im Hafen liegt. Ein kurzer Blick auf den Fahrplan vor der Ankunft dauert nur fünf Minuten und kann Ihr gesamtes Reiseerlebnis maßgeblich beeinflussen.
Das Grundprinzip all dieser Strategien ist dasselbe: Die Masse wählt immer den Weg des geringsten Widerstands. Wenn Sie ein Stück weiter gehen, etwas länger verweilen oder Ihren Besuch etwas anders planen, gelangen Sie an einen Ort, den die meisten Reisenden nie zu Gesicht bekommen. Welchen berühmten Ort wollten Sie schon immer einmal ohne die Menschenmassen erleben?